Landesbeauftragter besucht Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen
Wiesbaden/Gießen. Der Hessische Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler (LBHS), Andreas Hofmeister MdL, hat zusammen mit Innenstaatssekretär Martin Rößler den Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen des Landes Hessen besucht. Dr. Florian Greiner, Geschäftsführer der am 17. Juni 2025 eröffneten Gedenkstätte im Meisenbornweg in Gießen, führte die Besucher durch die Ausstellung. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die herausragende historische Bedeutung des ehemaligen Notaufnahmelagers und das pädagogische Konzept der Gedenkstätte.
Innenstaatssekretär Martin Rößler und der Hessische Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler Andreas Hofmeister MdL werden vom Geschäftsführer des Lern- und Erinnerungsorts Notaufnahmelager Gießen, Dr. Florian Greiner, durch die AusstelVermittlung Deutsch-deutscher FLUCHTGESCHICHTE
Der Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen widmet sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Vermittlung deutsch-deutscher Flucht- und Integrationsgeschichte zwischen 1945 und 1989/90. Das ehemalige Notaufnahmelager Gießen ist aufgrund seiner historischen Bedeutung als zentrales Bundesnotaufnahmelager ein Ort, an dem sich Themen wie Diktatur und Demokratie, Unfreiheit und Freiheit, Unterdrückung und Menschenrechte, Flucht und Integration besonders eindrücklich widerspiegeln und deshalb auch gut einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln lassen. Für Andreas Hofmeister stand bei dem Besuch insbesondere die Perspektive der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler im Mittelpunkt. Viele Menschen aus den Personenkreisen, die er als Landesbeauftragter vertritt, haben vor vielen Jahren das damalige Notaufnahmelager durchlaufen.
Andreas Hofmeister zeigte sich beeindruckt von der gleichermaßen anschaulichen und tiefgehenden Aufbereitung historischer Inhalte: „Der Lern- und Erinnerungsort macht eindrucksvoll deutlich, welche große Bedeutung das Notaufnahmelager Gießen für unzählige Menschen hatte. In der Gedenkstätte wird Geschichte nicht abstrakt vermittelt, sondern am Beispiel persönlicher Schicksale erfahrbar gemacht. Gerade für die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler, deren Wege mitunter ebenfalls über Gießen führten, ist es wichtig, dass ihre Erfahrungen sichtbar bleiben und gewürdigt werden. Als Landesbeauftragter werde ich darauf hinwirken, dass ihre Perspektiven weiterhin verlässlich in die öffentliche Erinnerungskultur und die politische Arbeit einbezogen werden.“
Martin Rößler dankte dem Team der Gedenkstätte dafür, dass es das Lernen und Erinnern gewährleistet und pädagogisch begleitet: „Das Notaufnahmelager Gießen war ein Ort, an dem sich für hunderttausende Menschen das ,Tor zur Freiheit‘ öffnete. Die Gedenkstätte erinnert aber auch an die politischen Systeme, aus denen diese Menschen zuvor geflohen waren oder vertrieben wurden – an Systeme der Unfreiheit und Ungerechtigkeit, wie es sie auch heute noch gibt. Unsere Erinnerungskultur ist nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft gerichtet. Sie soll uns helfen, aus der Geschichte zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich danke den Mitarbeitern des Lern- und Erinnerungsorts Notaufnahmelager Gießen für den wertvollen Beitrag, den sie zum tieferen Verständnis der Vergangenheit und zur demokratischen Gestaltung der Zukunft leisten.“